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Der Community Manager Sapience ist seit dem 1 August so zu sagen fort, und nicht mehr der Community Manager von HdRO / LOTRO. Er bestreitet zwar noch seine Livestreams zu SHIELD. Aber wer ist eigentlich sein Nachfolger? Es ist nun gut 1. Woche vergangen und es gibt leider immer noch keine Vorstellung des neuen Community Manager, er könnte zumindest ein paar Worte schreiben, wer er ist, was er vor hat. Oder ob er einfach nur in Sapience Schuhe schlüpfen möchte, und so weiter macht wie es zuvor leider war. Aber dies wird wohl nicht für zwingend nötig gehalten, das man sich unter anderem vor stellt.

Der unten stehende Artikel stammt nicht von mir, leider ist die Angabe der Quelle irgendwie nicht übernommen worden. Daher sollte nun die Originale Quelle entsprechend oben stehen!

Und er ging für unsere Sünden.

Nein, es geht nicht um eine religiöse Figur – eher um eine andere, allerdings nicht weniger virtuell: Sapience, der Community Manager HDROs, der seinen Abschied verkündet hat. Es gibt jedoch gewisse Parallelen: Die wohl wichtigste ist, dass Jahre später in der Bibel (HDRO: dem Forum) gewisse unchristliche (HDRO: kritische) Beiträge etwaiger Zeitzeugen (HDRO: Kritiker) entfernt, respektive gar nicht erst aufgenommen wurden und jeder, der seine Stimme erhob um dagegen zu protestieren, verwarnt und gekreuzigt (HDRO: verwarnt und gekreuzigt) wurde.

Für einige ist es überraschend, von anderen herbeigesehnt worden: Sapience ist nun weg, bzw. bald: Bereits zum ersten August verlässt er Turbine um sich vollends für das Charity-Projekt „Extra Life“ zu engagieren. Das ist ok, das ist super.

Und doch offenbart sich hier das ganze Problem um die Ambivalenz der Person "Sapience".

Es beginnt damit, dass der Abschiedsthread deplatziert ist, bringt er doch seinen Arbeitgeber dadurch in eine besonders sensible Lage. Denn immerhin verstößt er nicht nur gegen eigene Statuten, für die er andere verwarnt und mitunter gebannt hat („Keine Abschiedsthreads!“), sondern macht auch noch Werbung für ein MMO-fremdes Projekt – etwas, wofür mancher seine Signatur entfernt und einen Verwarnpunkt bekam.

Jetzt möge bitte niemand Gehässigkeit oder Neid vorwerfen: Solche Projekte wie eben „Extra Life“ sind wundervoll und (leider) bitter notwendig.
Doch ist die aufkommende Kritik ob dem Bruch gegen die eigenen oftmals postulierten Regeln der wohl größte wunde Punkt, wonach der in den Abschiedsthreads gelobte baldige Ex-CM, eben doch nicht nur Gutes vollbracht hat.

Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, wenn eben diese Kritiker nicht nur ihre Beiträge verlieren, sondern Verwarnpunkte erhalten. Mehr noch: Das Maß erteilter Verwarnpunkte richtet sich weniger nach dem verwendeten Ton, sondern vielmehr nach der Art und Umfang der Kritik.

Der Umgang der Kritik als Richtmaß für die CM-Tauglichkeit
So wurden Beiträge, die sich erst für die Info höflich bedankten, aber gleichzeitig auf den Umstand des Bruches ob der eigenen Regeln hinwiesen (ein indirekter Wink auf die teilweise oftmals im US-Forum ausgedrückte Unnachgiebigkeit in Bezug auf m.E. berechtigten Kritiken), gelöscht und der Schreibende verwarnt. Wer dann noch ebenso höflich darauf hinwies, dass darüber hinaus auch noch die Werbung für eben jenes Extra Life zugenommen habe, erfährt gleich die doppelte Punktlandung.

Ist es fair, seine Community so zu behandeln wie das, was man ihr vorwirft, nämlich nur lobende, positive Beiträge zuzulassen, während andere geschlossen, gelöscht und die Schreiberlinge verwarnt und gebannt werden? Sind Beiträge, die in ihrem Positivismus ebenso dumpf erscheinen wie die geschlossen Threads, erhaltenswerter? Manche dieser Postings muten derart dreist provozierend an, dass man meinen könnte, es handle sich eher um Flamewar-Köder, sog. „Flamebaits“. Solche Beiträge sind eigentlich in vielen guten Foren verboten – aber nicht unter der Ägide Sapiences.

Das verfälschte Bild
Leider wurde die Chance verpasst, das Forum in Echtzeit zu spiegeln. Aber aufgrund von Zeugen innerhalb der Lotrocommunity.com und entsprechend einiger Aussagen deutscher User, auch unterstützt durch eigene Beobachtungen („Uh oh, schau mal, der wird vermutlich gleich gelöscht“ – 24 Stunden später: „Oh, weg isser“), kann man getrost davon ausgehen, dass die Foren aktuell nicht die wahre Meinung spiegeln – ganz im Gegenteil: Hier wird ein Eindruck vermittelt, der der Wahrheit nicht nahekommt.

Viel kritischer dürfte aber sein, dass dem User das Wort verboten wird in Bezug auf den klaren Bruch einer Regel und jemand, der eben diese Macht hat, Beiträge zensiert, die Werbung in eigener Sache unterstellen.
Sicher, für ein Unternehmen mag es kritisch sein, sich offen von einem Charity-Projekt zu distanzieren – aber ebenso schädlich dürfte es sein, durch Nichtstun das Vertrauen der User zu verspielen.

Denn die suchen sich andere Kanäle für ihre Kritik und pfeifen so langsam auf ein Forum, das den brodelnden Schimmel übermalt. Kritiker wird man nicht los, indem man ihnen das Wort nimmt – ihre Zunge, ihre Finger haben sie nach wie vor. Man hätte gut daran getan, sie ans Forum zu binden um zu wissen, woran man ist.

Aber vielleicht hatte Turbine nie eine Chance, den vollen Umfang zu erfahren?

Der Feind darf die Brücke nicht überqueren
Die einzige Brücke zwischen Unternehmen und Spieler ist nun einmal der CM. Alle Infos flossen zum CM und vom Team über dem CM an die Community. Auch damals, als Codemasters seinen Job für den EU-Teil Lotros übernahm, ging nichts ohne Rückmeldung der USA. Man kann 1 und 1 zusammenzählen, für damals und vermutlich auch für heute.

Doch wie ist die Stimmung wirklich? Das erfährt der Unkundige nicht - woher auch. Wenn Foren Werbeschilder statt Unterhaltungsplattformen sein sollen, dann ist Turbines Forum eine Litfaßsäule, mehr auch nicht. Das Bild im Forum ist nicht echter als die Burger in den Werbeprospekten. Und das hat System:

Turbine hat sehr früh erkannt, dass die MMO-Welt eine Blase ist, die über das Spiel hinausgeht. Am Ende wurde der "Offline"-Teil ausgedehnt - mit Blogs und Co. konnte sich jeder verewigen. Es war ein Ort des Wissens, ein Miteinander.

Später wurden viele Dinge entfernt, Blogs gestrichen. Was bleibt ist die virtuelle Kunstwelt des Meinungs-Bonsai-Baumes: Zurechtgestutzt auf das Wesentliche. In jeder traurigen Hinsicht.

Vom Vermitteln und Verhindern
Sicher, Sapience hat einen soliden Job gemacht: Er hat beständig das Forum moderiert. Aber das ist längst nicht die ganze Arbeit eines CMs – und wir reden hier nur von dem Teil, der für die User sichtbar ist. Darum geht es und um nichts anderes, denn der CM ist die Brücke zwischen dem Anwender und dem Entwickler – und der Anwender ist der Schwächere im Spiel, da er schlucken muss, was man ihm vorsetzt. Er kann kündigen, aber bis es so weit kommt, muss noch viel Wasser den Anduin hinabfließen.

Der CM ist somit ein Community-Vermittler.

Sapience hat aber eigentlich nur in eine Richtung vermittelt, vom Team zur Community. Er war kein Community-Vermittler, sondern ein Kritik-Verhinderer. Ein besserer Schwamm, der das Team, aber vor allem die anderen Benutzer davor beschützt hat, durch die schlechte Stimmung angesteckt zu werden.

Nun mag es Fakt sein, dass ein zartes Pflänzchen wie die Motivation arg darunter leidet, wenn sich ein ganzer Tränenschwall darauf ergießt. Trotzdem kann eine Pflanze daraus nur gestärkt hervortreten oder berechtigterweise eingehen – nämlich dann, wenn die Kritik so unberechtigt nicht war und man sich letztlich doch damit auseinandersetzen muss, dass man nur von einem Schein allein und nicht von der Sonne selbst lebt.

Man muss sich kurz vor Augen halten, was es wirklich bedeutet, Community Manager zu sein. Man steht im Zentrum der Kritik, man wird angegriffen – dafür genießt man Vorzüge, die sonst kein anderer erfahren wird: Man hat automatisch Rückendeckung der Fans, genießt Prestige und egal wie sehr man kritisiert wird, so benötigt doch jeder jene Infos, an die man nur als CM herankommt. Sie hängen an der Spritze, die sie verfluchen.

Wie Henker zu Richter werden
Unter der Last der Kritik wird man entweder zum gütigen Richter, der ab und an – wenn es zu bunt wird – mahnend den Finger hebt. Oder man wird zu jenem, was man eigentlich bekämpfen mag: einem unreflektierten, jähzornigen Henker, der allein entscheidet, wer seine weitere Existenz genießen darf und wer nicht.

Richter gibt es wenige, Henker viele. Dummerweise sind die Henker aber nicht dumm und ihre Taten erscheinen später in einem goldenen Licht, nämlich insofern, als dass es heißt: „War ja nicht alles schlecht – er hat auch die wirklich Bösen verbannt“. Das kann man so stehen lassen, weil die Aussage fast immer stimmt: Niemand ist zu 100% der Antichrist, irgendwas Gutes findet man immer und es ist erst einmal nicht verkehrt, das Gute zu erwähnen.

Wenn sich aber User berechtigterweise beschweren, dass hier ein Henker dafür sorgt, dass er im Nachhinein zu einem der Guten wird und wenn diese User wegmoderiert werden, dann ist es umso wichtiger, dem wahren Andenken Rechnung zu tragen und das vielfach und ständig.

Denn bloß weil es nicht im Forenkanon aufgenommen wurde, so gibt es genügend Zeugen, die sagen können, wie der Messias wirklich war und dass er eben im Kern auch nur ein Mensch war – einer wie jene, die er selbst kritisierte.


 

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